Die etwas andere Radtour
Mein Bruder, 3 1/2 Jahre jünger, ein ehrgeiziger und begeisteter Radsportler. Seid gut einem Jahr fährt er Rad, was nicht heißen soll, dass er erst mit 26 Jahren das Radfahren gelernt hat, nein. Sondern da hat er sich einen Renn-Drahtesel zugelegt. Seither hat er schon einige Kilometer runter gestrampelt. Dieses Jahr sollte es zu den ersten Wettkämpfen gehen. Doch die Saison begann alles andere als gut. Im März ein Skiunfall und dann im Mai noch ein Zusammenstoss Radfahrer gegen Auto. Fakt: Insgesamt mehrere Wochen Trainingsausfall. Sein erstes Rennen sollte die Neusiedlersee Rundfahrt im Burgenland sein. Aufgrund seines Zusammenstosses mit einem Auto musste er jedoch mit dem Training aussetzen und konnte somit nicht teilnehmen.
Dank seinem Ehrgeiz schwang er sich schon bald wieder auf den Ergometer und fuhr leichte asphaltierte Bergtouren (um seine verletzte Schulter nicht zu sehr zu beanspruchen).
Das nächste Rennen sollte der 24h Radmarathon in Grieskirchen sein. Unermüdlich fuhr er regelmäßig Touren um Kraft und Ausdauer für den Wettkampf zu erlangen. 3 Wochen vor dem Rennen, der Trainingshöhepunkt. 
Gemeinsam starteten wir eine Tour, die uns am 1. Tag von Wels/Oberösterreich nach Saalfelden/Salzburg, am 2. Tag über den Brenner nach Südtirol, 3. Tag von Südtirol durch Osttirol nach Seeboden brachte. Jedoch gab es einen gravierenden Unterschied zwischen mir und meinem Bruder. Während er alles mit dem Rennrad fuhr, begleitete ich, und ab dem 4.Tag seine Freundin Birgit, ihn mit dem Moped. Sinn der Sache war jene, dass er nicht voll gepackt mit Gepäck am Rücken die insgesamt 800 km und mehrere 1000 Höhenmeter überwinden musste. Es reichte schon, dass abwechselnd Hitze, Regen und eine Magenverstimmung unsere ständigen Begleiter waren.
Wie immer hatte ich meine Kamera dabei und ich war froh darüber. Man kann sagen was man will, Österreich hat einiges an wunderschönen Landschaften zu bieten, die man normalerweise aus dem Auto gar nicht so richtig wahrnimmt. Deshalb sage ich: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.